Upcoming exhibition 
GEORGES AUTARD : STATEMENTS
painting, installation, drawings, photo-collage 
Opening
June 7, 2019 from 7 p.m. to 9 p.m. 
with Georges Autard 
Gisela Sprenger talking ! 
exhibition through July 31, 2019 

Georges Autard, STATEMENTS, 2014-17 © Georges Autard 2014-19 © exhibition view Brigitte March ICA 2019

Georges Autard, LA FORME INFORME, 2017-19, photo-collage © Georges Autard 2017-19

Georges Autard

LA FORME INFORME, 2017-19

photo-collage

 

© Georges Autard 2017-19

 

Exhibition view

© Brigitte March ICA 2019

 

 

Georges Autard

WISDOM AND COMPASSION, 2014-16

acrylic on canvas

220 x 220

 

© Georges Autard 2014-16

 

Exhibition view

© Brigitte March ICA 2019

 

 

Georges Autard 

TURBULENCES, 2014-16

acrylic on canvas

110 x 110 cm

 

© Georges Autard 2014-16

 

Exhibition view 

© Brigitte March ICA 2019

Georges Autard

A HARD RAIN'S A GONNA FALL

PARADISE NOW, 2014-16

acrylic on canvas 

270 x 400 cm

 

© Georges Autard 2014-19

 

Exhibition view 

© Brigitte March ICA 2019

Georges Autard 

ASTRACTIV, CONSTRUCTIV, KOMMANDO

A HARD RAIN'S A GONNA FALL

PARADISE NOW, 2014-16

acrylic on canvas

300 x 620 cm

Installation 

 

© Georges Autard 2014-19

 

Exhibition view

© Brigitte March ICA  2019

Georges Autard 

PARADISE NOW, 2014-16

acrylic on canvas

220 x 220 cm

 

© Georges Autard 2014-16

 

Exhibition view

© Brigitte March ICA 2019

 

Georges Autard

A HARD RAIN'S A GONNA FALL

MYSTIK ESTHETIK KOMMANDO

GOMPA, 2014-16

acrylic on canvas

300 x 620 cm

Installation

 

© Georges Autard 2014-19

 

Exhibition view

© Brigitte March ICA 2019

Georges Autard

NOIR EFFICACE, 2014-16

acrylic on canvas

220 x 220 cm

 

Georges Autard

A HARD RAIN'S A GONNA FALL

MYSTIK ESTHETIK KOMMANDO

GOMPA, 2014-16

acrylic on canvas

300 x 620 cm

Installation 

 

© Georges Autard 2014-19

 

Exhibition view

© Brigitte March ICA 2019

Georges Autard

A HARD RAIN'S A GONNA FALL

Diptychon

acrylic on canvas

195 x 130 cm & 147 x 97 cm

 

Georges Autard

MY BLACK IS BACK

acrylic on canvas

162 x 130 cm

 

© Georges Autard

 

Exhibition view

© Brigitte March ICA 2019

TEXT GEORGES AUTARD

Kraftvoll sind sie, die Arbeiten von Georges Autard, mit großer Geste, farbmächtig aber nicht laut, energiegeladen und gleichzeitig in sich ruhend, Arbeiten voll visueller Direktheit, Rhythmus und Klang. Sie alle markieren seine jüngste Schaffensphase. Es sind Momentaufnahmen, Augenblicke von solcher Unmittelbarkeit, dass der Aufprall des Pinsels fast noch zu hören ist - zielsicher wie ein Pfeil, der ins Zentrum trifft. Andere dagegen, von zurückhaltender Farbigkeit leicht wie ein Flügelschlag, scheinen sie vom zartem Gleichklang des Atems überzogen. Sie wirken vor den gelbgrundigen Arbeiten tatsächlich wie drei Juwele. Die Mantraartig, fließend Gegensätze auflösenden großen Planen, strahlen Ruhe und einen beruhigten, nicht mehr von Gedankenflucht getriebenen Geist aus. Was für eine Ansammlung von Momenten voller Widersprüche, miteinander und gegeneinander wirkender Kräften. Alle Arbeiten sind sozusagen „Jetzt“ - Zeugnisse, vollkommen konzentriert auf die Wahrnehmung des gegenwärtigen Moments. Alles ist voller Präsenz, hellwach. Und von großer Gelassenheit. Vollständige Achtsamkeit ohne eigenes urteilendes Sortieren.

Mich erinnern sie an ein Haiku von Issa, Provinz Nagano (1763 -1827) :

Am Pflaumenbaume In voller Selenruhe Die grünen Blätter 

 

Die Dinge betrachten, wie sie sind, die eigenen Gedanken fließen lassen, zulassen, ohne Bewertung. 

Und wir finden in den Arbeiten von Georges Autard eine Haltung, die man mit „Die ganze Welt in einem Tautropfen“ umschreiben könnte.

Goethe formulierte in „Wilhelm Meisters Wanderjahre :

 

„Denn das ist eben die Eigenschaft der wahren Aufmerksamkeit, dass sie im Augenblick das Nichts zu allem macht.“ 

 

George Autard,1951 in Cannes geboren, ehemaliger Professor für Mathematik und Professor an der Kunstakademie in Marseille, wo er heute lebt und arbeitet, ist ein WANDERNDER : Von der Mathematik zur Metaphysik, ein Wandernder zwischen westlicher und ostasiatischer Kultur und Philosophie. Seit 1998 nämlich beschäftigt sich Georges Autard intensiv mit dem Buddhismus reist mehrfach nach Tibet und Japan. Seine archivierten Gedanken erschließen uns ein weites Feld : Was der Wandernde hinterlässt ist eine Art Gedankenlinie, die sich nicht auf den ersten Blick erschließt. Sie irritiert, macht vielleicht ratlos, sie fordert uns heraus und schickt auch den Betrachter auf einen Weg. 

 

Seine Statements sind spontane Notizen, unsortiert, zufällig - dem Beachtung schenkend und den momentanen Gedanken respektierend.Zeugnisse seiner wandernden Betrachtung von nebeneinander und miteinander existierendem Widersprüchlichem. In der Wandinstallation mit kleinformatigen Statements scheinen sie miteineinder zu kommunizieren. 

Songtitel etwa von Bob Dylan wie Knockin’ on Heaven’s Door oder A hard rain’s gonna fall oder von den Rolling Stones Time is on my side oder auch Norman Greenbaums Song Spirit in the Sky.

 

Stehen neben :

PARADISE NOW 

WISDOM + COMPASSION

 

Weisheit und Mitgefühl als Grundhaltung im Streben nach Erleuchtung. 

Der drohenden Katastrophe und Untergangsstimmung in A hard rain’s gonna fall stehen Time is on my Side oder Spirit in the Sky oder auch Paradise Now gegenüber. 

 

In MYSTIK ESTHETIK KOMMANDO prallen die Gegesätze in einem Statement aufeinander - oder sind es keine Gegensätze ? 

Mystik als Eins- Erfahrung, als Aufhebung der Subjekt-Objekt Trennung, die unser dualistisches westliches Weltbild prägt. Ästhetik nicht als das Schöne, sondern im ursprünglichen Sinn als Lehre von der Wahrnehmung. Ästhetisch ist alles, was unsere Sinne bewegt, wenn wir es betrachten : Schönes, Hässliches, Angenehmes und Unangenehmes. 

Kommando/eigentlich ein militärisch geprägter Begriff kann aber auch als Pflicht oder Richtlinie verstanden werden. Jedenfalls ist es eine herausfordernde Begriffskette, die zum Nachdenken anregt und ein gutes Beispiel dafür, wie George Autard den Betrachter einbindet, ihm die Tür öffnet, seine Arbeit mit eigenen Gedanken zu füllen. 

 

Nehmen wir Georges Autards Farbpalette so verweist auch sie auf den Buddhismus. Da ist das Blau oder Orange, Gelb und sein Noir efficace, sein wirkmächtiges Schwarz. Sie alle stehen für innere Zustände, für Haltungen. Er verweigert sich jeglicher Gefälligkeit; er verweigert sich jeglicher Gewissheit und lässt uns in bescheidener Offenheit teilhaben an seinen Fragen und Zweifeln, seiner langmütigen Suche nach der Akzeptanz und dem Ausgleich von Widersprüchen. Jegliche Künstlichkeit ist ihm fremd. Die Schönheit von George Autards Arbeiten liegt im Unperfekten, der Asymmetrie, der Einfachheit, Sparsamkeit, Bescheidenheit. 

 

Seine Zeichnungen und Collagen können sowohl als Hommage aber auch als Dekonstruktion und Auseinandersetzung mit geistesverwandten Künstlern verstanden werden, wie etwa Joseph Beuys, mit dem er in Kontakt stand. Diese aufschlussreiche Sammlung, dieses Archiv künstlerischer Positionen vervollständigt das Profil eines Künstlers, für den Kunst ein Erkenntnisinstrument ist, bei dem Kunst und Leben eine Einheit bilden und der die Betrachter großherzig daran teilhaben lässt. 

 

Danke an Brigitte und Danielle March, dass sie uns die Teilhabe mit dieser Ausstellung ermöglichen. 

 

© Gisela Sprenger-Schoch 2019

Art Historian & Curator

NEWS EXTRA MUROS

T I M M   U L R I C H S   

Timm Ulrichs

WALTER BENJAMIN, L'OEUVRE D'ART À L'ÈRE DE SA REPRODUCTIBIILTÉ TECHNIQUE

1967

b/w xérographie

collection Centre Pompidou Paris, 2018

  

Exhibition view

Centre Pompidou, Paris

collection permanente 4e étage

 

© Timm Ulrichs 1967 

© Centre Pompidou 

© Brigitte March ICA photography

T I M M M   U L R I C H S

Timm Ulrichs

BILD

1966

marking tape, adhesive letters

collection Kunstmuseum Stuttgart, 2018

  

Exhibition view

Kunstmuseum Stuttgart

EG permanent collection

 

© Timm Ulrichs 1967 

© Kunstmuseum Stuttgart 

© Brigitte March ICA photography

 

  

 

You are welcome !

  

Brigitte March International Contemporary Art 

brigittemarch.com/contact